Arkusberg-Blog

02.03.2018

Was kann besser werden?


„Es ist leichter Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben!“ Albert Einstein

Rubrik:Paddock-Trail 

Probleme unter der Lupe


Ich habe mir meine acht Lehrmeister zur Hilfe genommen, um den Problemen direkt ins Auge zu sehen. Dazu stelle ich als erstes einmal die Herde vor: Wir haben acht Pferde, davon sind es drei Stuten und fünf Wallache.

Da wäre die Stute L., sie ist eine rüstige Dame, die aber ganz genau weiß was sie will. Sie zeigt vor allem den Jungs wo der Hammer hängt, und wenn es sein muss, wird auch schon morgens ein Handstand gemacht, wenn ihr wisst was ich meine ;-). L. hat immer mal wieder Probleme mit Kotwasser, aber bei gleichbleibender Heuqualität ist es so gut wie weg. Im Moment macht ihr die Kälte zu schaffen. Sie hat starke Schmerzen im Schulterbereich und an den Hufen. Aufgrund der nassen Witterung im Herbst und Winter musste die Heuraufe umziehen, und steht nun in unmittelbarerer Nähe zum Liegebereich. Diese Konstellation ist auf Dauer schlecht. Die Pferde parken quasi vor der Raufe und bewegen sich wirklich nur minimal- sie sind eben wunderbare Energiesparer. Ein Pferd wie L. (mit Arthrose) sollte sich aber ruhig und stetig bewegen, damit es nicht zu Fehlhaltungen und Verspannungen kommt. Sobald die Witterung es zulässt werden die Heuraufen wieder an ihren ursprünglichen Standort ziehen. 

Dann komme ich mal zu unserem Energiebündel D. Er ist momentan der Wallach mit der ranghöchsten Position und führt die Herde. Ich habe das Gefühl, dass ihn seine Aufgabe überfordert und stresst. Sobald eine der Stuten die Herde verlässt, fängt D. an zu laufen, rufen und suchen. Man muss aufpassen, dass er nicht aus Versehen durchs Tor entwischt. Er ist ein sehr liebevolles und sensibles Pferd, manchmal allerdings auch der kleine Jährling, der noch nicht so recht weiß wohin mit seiner Kraft. Ich wünsche mir für D., dass er seine Leitposition an ein anderes Pferd abgeben kann und nicht mehr die gesamte Verantwortung der Herde tragen muss.


Der kleine T. ist ein unauffälliges Pferd, mit der rangniedrigsten Position. Ich glaube er ist zufrieden mit seiner Stellung, denn an zu viel Aufgaben hat er kein Interesse. Vor kurzem hatte er eine lebensbedrohliche Kolik, die uns alle ganz schön geschockt hat. Ich schätze mal es war eine Kolik, die witterungsbedingt ausgelöst wurde. Wir haben zur Zeit Dauerfrost und demnach ist das Tränkewasser auch nur knapp über dem Gefrierpunkt. Man kann spekulieren, vielleicht hat er zu schnell zu viel kaltes Wasser getrunken, oder zu schnell Heu gefressen. Wir werden es nicht erfahren. Uns ist die letzen Tage aufgefallen, dass er nicht so ruhig an der Tränke trinkt, wie die anderen Pferde. Die Tränke sollte in einem Bereich stehen, in dem mehr Ruhe ist und nicht so ein „Durchgangsverkehr“. Diesen Frühling werden wir eine Trogtränke aufstellen, die den Pferden gemeinsames und ruhiges trinken ermöglicht. Im Bereich der Heuraufen, werden wir noch einen Sandliegeplatz, mit Totholzhecke als Windschutz errichten.Hier kann die gesamte Herde dem Bedürfnis Fressen und Dösen im Herdenverband nachkommen.


Die Stute H. hatte die letzen Monate immer mal wieder Probleme mit Hufgeschwüren. Der Huf wird seit einem 1 Jahr regelmäßig nach NHC bearbeitet. H. stand bis vor einem halben Jahr nachts in einer Box und tagsüber auf der Wiese/ Paddock. Durch den Umzug auf den Trail haben sich ihre Körperstatur und Hufe deutlich verändert. Sie hat einiges an Gewicht verloren und ihre Hufe haben sich stark abgelaufen. Durch eine Fehlbearbeitung wurde zu viel Horn entfernt und sie hatte die erste Woche starke Probleme. Eine wichtige Lehre: Auf dem Trail ist deutlich weniger Hornabnahme von Nöten als in anderen Haltungsformen. Momentan werden bei ihr die Eckstreben stark zurück genommen, da es immer wieder zu Hufgeschwüren kam. Seit dem läuft sie super!


Dem Wallach L. erging es ähnlich wie der Stute H. Es wurde auch zuviel Horn entfernt. Er konnte die erste Zeit nur mühsam laufen,aber wir konnten durch Hufschuhe Abhilfe schaffen. Die Platten des angelegten Trails werden wir erneut mit Sand auffüllen. Durch den vielen Regen hat sich der Sand in die TTE Platte gespült und verfestigt. Wir werden eine Schicht von ca. 2-3cm auftragen. Dadurch sind die Kunststoffplatten verdeckt, weicher und rutschfester. Bei weiteren Beobachtungen ist herausgekommen, dass viele Pferde, unter anderem auch L. leicht rückständig an der Heuraufe stehen. Mit dem Umzug der Raufen, werden wir diese verstellen. Die Pferde fressen so tiefer auf Bodenniveau.

C. ist ein Allergiker-Pferd und leidet an chronischem Husten. Für ihn ist die Qualität des Raufutters überlebenswichtig. Er reagiert auf geringe Mengen Staub mit asthmatischen Hustenanfällen. Im Moment suchen wir noch die passende Lösung für ihn. Es ist eine Herausforderung, aber wir bemühen uns Lösungsansätze für ihn zu finden. C. ist im Umgang äußerst unkompliziert und ist eine Bereicherung für die Gruppe. Ich würde sagen, er ist ein kleiner Casanova, der den Stuten den Kopf verdreht :-) . 
Die Stute K. ist wohl vergleichbar mit einer Wünschelrute. Sie hat Antennen und findet in jedem System den kleinsten Fehler. Leider liebt sie ihr Hobby so sehr, dass ihre Knochen des öfteren darunter leiden. Um das potentielle Verletzungsrisiko für K. zu minimieren, bin ich mit ihrer Besitzerin stets auf der Suche nach möglichen Gefahren.
Aus den Videoaufzeichnungen wird deutlich, dass H. und L. sehr viel in der Halle stehen und auch liegen. Allerdings meistens im Giebelbereich. Im vorderen Bereich stehen bzw. liegen kaum Pferde. Durch den Bau eines neuen Unterstands, soll der starke Westwind abgefangen werden. Vielleicht ist es den Pferden im Moment zu zugig. Im neunen Unterstand wird dann auch eine Krankenbox eingerichtet.
Der Wallach F. hat seit Jahren Mauke und eine starke Verhaltensstörung- er koppt. In seinem alten Offenstall hat er fast pausenlos gekoppt. In unserem Paddock-Trail koppt er nur noch wenige Minuten am Tag. Mir ist aufgefallen, dass die anderen Pferde das Grunz-Geräusch als störend empfinden und ihn sofort maßregeln. F. hat Ausdauer, aber mit einer keifenden und tretenden Stute legt er sich auch nicht an. Seiner Mauke könnte man eventuell mit Minaralbar und Kräuterbeet entgegenwirken da bei Mauke ein ausgewogener Bedarf an vitalisierenden Spurenelementen sehr wichtig ist. Ich bin neugierig, ob unsere domestizierten Pferde noch genau wissen, was sie mit den einzelnen Mineralien anfangen sollen.

Jedes einzelne Pferd zeigt mir wie facettenreich jeder einzelne ist.  Ich bin sehr dankbar und freue mich, mit euch unseren Paddock-Trail immer perfekter werden zu lassen.
Franziska