Arkusberg-Blog

30.08.2017

Einsteller vs. Stallbetreiber


Ein Weg zum harmonischen Miteinander

Rubrik:Paddock-Trail 


„Man wählt Ställe wegen der technischen Gegebenheiten aus und verlässt sie wegen der Stallbetreiber“

Wie ist es möglich, dass sowohl Einsteller und Stallbetreiber zufrieden sind? Oder ist diese Ziel unmöglich? Ich denke es ist machbar, wenn beide Parteien sich mit Respekt begegnen. Jeder muss ein paar Regeln einhalten, die für guten Umgang miteinander sorgen. Fangen wir bei den Stallbetreibern an. Ein Stallbetreiber brauch nur drei Zutaten: Vertrauen, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit.
Vertrauen ist in meinen Augen wie eine Blume: Pflegt man die Blume, fängt sie an zu blühen und zu strahlen. Vernachlässigt man ihre Fürsorge, wir die Blume nach kurzer Zeit eingehen und ist damit für immer erloschen. Vertrauen strahlt man durch seine Ausstrahlung und seine Handlungen aus. Pferde haben in unserer heutigen Gesellschaft einen unschätzbar hohen Stellenwert. Diesen Aspekt darf man nie aus den Augen verlieren.
Jeder Mensch macht Fehler und das ist auch nicht schlimm. Fehler zugeben zeigt Stärke und zeigt auch den Einstellern, dass man ehrlich mit ihnen umgeht. Verlässlichkeit schließt den Kreis. Wenn ich mich als Stallbetreiber an Absprachen halte und meine Arbeit nach bestem Gewissen und Wissen mache, bin ich schon auf einem sehr guten Weg.
Als Stallbetreiber sollte ich alle Einsteller gleich behandeln, dazu gehört auch, das Miteinbeziehen in Entscheidungen. Ein wichtiger Punkt ist demnach auch, dass alle Pferde gleich behandelt werden, auch wenn die eigenen Pferde der Stallbetreiber mit in der Herde stehen.
Probleme sollten immer ernst genommen werden und dann offen und gut kommuniziert werden. Ein großes Problem in vielen Ställen ist die Qualität des Futters. Der Stallbetreiber ist der Meinung, dass das Heu in Ordnung ist. Ein paar Einsteller sind der Meinung, dass das Heu verdorben ist. Hier kann schon eine Heuanalyse Abhilfe schaffen. Kommt bei der Analyse heraus, dass das Heu in Ordnung ist, hat der Stallbetreiber ein handfestes Argument. Ist es jedoch verdorben, hat der Stallbetreiber die Aufgabe zusammen mit den Einstellern eine Lösung zu finden.
Es ist wichtig eine klare Linie zu fahren, denn eins ist auch klar: Allen wird man es nicht recht machen können. Es gibt Grenzen, die der Stallbetreiber auch klar und deutlich kommunizieren muss. Aber sind wir mal ehrlich, als Pferdebesitzer haben wir doch gute Trainer. Schließlich fordern unsere Pferde tagtäglich diese Grenzen ein und im Grunde auch die Menschen.
Mir ist es wichtig, dass man als Stallbetreiber mit Herz und Seele dabei ist. Wenn ich mir Gedanken mache, was ich verändern könnte oder an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehme, vermittele ich dieses Wissen weiter an die Einsteller.
Eine simple aber einfache Idee ist es z.B., den Einstellern eine kurze Rückmeldung über ihren Liebling zu geben. Stallbetreiber verbringen häufig mehr Zeit mit den Pferden als die eigenen Besitzer und wenn sich eine lustige Situation ergibt und der Stallbetreiber ein Bild macht, es dem Einsteller schickt, dann spürt dieser, dass man eine Auge auf das Pferd hat und gleichzeitig freut er sich. Und positives Gefühle kann man nie genug haben.

Als Einsteller kann man auch eine ganze Menge tun, um es dem Stallbetreiber nicht allzu schwer zu machen. Als Besitzer eines Pferdes sollte ich mich kümmern, aber es auch nicht übertreiben. Es ist wichtig seine Meinung zu sagen, aber auch eine andere zu akzeptieren. Lernen ist wichtig - aber auch eine Basis sollte vorhanden sein, wenn ich im Besitz eines Pferdes bin.
Damit ein Betrieb harmonisch läuft, ist es dringend erforderlich, dass sich die Einsteller an die Regeln des Stallbesitzers halten. Es sollte Rücksicht genommen werden. Dies können kleine Sachen sein, wie z.B. beim Verlassen eines Raumes das Licht auszuschalten oder den Putzplatz sauber zuhalten. Denn schließlich ist es ein Geben und Nehmen - wie überall. Probleme sollten in einem angemessenen Tonfall angesprochen werden und auch akzeptiert werden, wenn manche sich z. B. aus wirtschaftlichen Gründen nicht sofort lösen lassen.
Auch der Umgang unter den Einstellern trägt zu einem harmonischen Miteinander bei. Dauer-Besserwisser sind nicht erwünscht. Wer dauert Handlungen anderer Einsteller in Frage stellt, macht sich nicht beliebt.
Einen wichtigen Punkt noch zum Schluss: Einsteller sollten die Arbeit der Stallbetreiber wertschätzen. Sie erledigen oft schwere Arbeit, bei jedem Wetter, und wenn es sein muss sind sie 24 Stunden für die Pferde da. Ein Stallbetreiber hat auch Familie, hat mal Urlaub oder ist auch mal krank.
Wenn wir uns mit Respekt, Vertrauen, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit begegnen, begeben wir uns mit Harmonie, Spaß und Freude.

Ich freu mich auf meine Einsteller mit ihren Pferden und bin dankbar, dass es euch gibt.

Bis bald Franziska